Inge-Lore Möller im Gespräch …

Selbstvertrauen und Gottvertrauen für den Umbau des Gemeindehauses

„Was gibt‘s denn Neues von der Sanierung des Gemeindehauses zu berichten?“ fragt mich meine Tochter Steffi.

„Oh ja, wir haben gute und schwierige Diskussionen geführt, Meinungen angehört, Anträge gestellt, Baupläne angeschaut. Für manchen gab es schlaflose Nächte. Nun haben wir schon einiges erreicht! Du weißt ja schon, dass wir uns mit dem Kirchenvorstand und unserer Pfarrerin nach dem mutigen und zukunftsweisenden Beschluss im August 2018 tatkräftig mit diesem Thema beschäftigen. Natürlich mit dem Beauftragten für Baumaßnamen von der Landeskirche und einem Architektenteam aus Fulda“, antworte ich.

„Es wird im Dorf so viel erzählt, ich glaube, in der Bevölkerung bestehen noch einige Unsicherheiten, ob ihr wohl alles im Griff habt, die Finanzen und so … und, ob das alles auch richtig wird.“

„Ja, das verstehe ich gut, doch kommen wir zuerst zu den Renovierungsmaßnahmen. Da sind die beiden unteren Toiletten, sie stammen aus den 60er Jahren und sind auch dementsprechend. In der zu kleinen Küche ist hauswirtschaftliches Arbeiten kaum möglich, nicht nur, dass beim Anschalten eines Kaffeeautomaten und des Backofens sofort die Sicherung durchbrennt, ich könnte noch sehr, sehr viel aufzählen …“

„Ja, braucht ihr denn eine Küche?“, unterbricht mich Steffi.

„Ja, dringend eine gut funktionierende, denn unsere Konfirmanden werden dort samstags verköstigt, zwei Seniorenkreise kochen sich Kaffee, die Mitglieder der Dekanatssynode und der Pfarrkonferenz tagen hier, einige der Vereine unseres Dorfes halten Feiern ab, zum beliebten Osterfrühstück wird eingeladen, nach Beisetzungen kann hier die Trauerfamilie ihre Gäste bewirten,“ gebe ich zu bedenken. „Und, da gibt es noch etwas sehr Wichtiges: Die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen, die in unserem Haus gänzlich fehlen, werden nun berücksichtigt!“, erwähne ich noch.

„Aber, Mama, da soll doch auch noch ein Aufzug und eine behindertengerechte Toilette eingebaut werden, muss das denn sein?“, guckt mich Steffi fragend an.

„Nun, das war eine Entscheidung, die nicht leicht zu treffen war. Ja, es kostet viel Geld, aber wir waren überzeugt, dass damit ein Beitrag zur Inklusion geleistet wird. Wenn wir unsere Kirchenmitglieder von Veranstaltungen in unserem Haus ausschließen, hat das wenig mit Nächstenliebe zu tun. Durch diese Barrierefreiheit öffnen wir unsere Räume für eine breite Öffentlichkeit, wovon alle in dieser Gemeinde profitieren werden. Vielleicht feierst du deinen 40. Geburtstag mal dort?“, antworte ich freudig.

„Nun, hoffentlich ist der Raum dann noch groß genug“, zweifelt Steffi.

„Er verändert sich nur wenig von der Größe, du kannst gerne mal schauen, ich habe einen Klebestreifen quer durch den Raum angebracht, dort wo er künftig endet.“, kläre ich meine Tochter auf.

 Ansicht Gemeindehaus Angersbach

„Damit du nun umfassend informiert bist, will ich dir noch von der Finanzierung erzählen. Die Kosten der Gesamtmaßnahmen belaufen sich auf 300.000 EUR. Das ist eine sehr große Summe, ich habe auch erst mal geschluckt. Davon trägt aber die Landeskirche 65 %. So, nun habe ich eine Überraschung, denn wir haben Ende September einen Antrag zur neuen Barrierefreiheit im Gemeindehaus bei „Aktion Mensch“ eingereicht. Und was meinst du, wir bekamen einen positiven Bescheid, unsere Ausgaben für den behindertengerechten Umbau werden mit 40 % bezuschusst. Die Freude ist groß, das war für uns alle eine Bestätigung unserer mutigen Entscheidung! Wir müssen nur einen geringen Anteil für diese Maßnahme selbst finanzieren.“, erzähle ich stolz. „Wir sind froh über jede Spende unserer heimischen Firmen, unserer Vereine und Gemeindemitglieder, denn die Kücheneinrichtung müssen wir zu 100 % selbst finanzieren. Wir sind bestrebt, den Eigenanteil der Gemeinde so gering wie möglich zu halten, denn umso weniger müssen wir unsere Gemeinde-Kirchenkasse angreifen.“

„Also macht ihr keine Schulden!“, erkennt meine Tochter erleichtert. „Nein, sicher nicht, das ist nicht nötig“. „Und wann geht es nun los, bzw. wann ist es fertig?“, will sie nun wissen.

Ich grüble, um nichts Falsches zu sagen: „Ich freue mich, wenn es im Herbst fertig gestellt werden kann. Hoffentlich sind die Firmen pünktlich und es kommen keine unvorhersehbaren Schwierigkeiten auf uns zu. Ich vertraue darauf, dass Gott seine segnende Hand über unsere Gemeinde und diesen Umbau hält.“ „Dann ist ja alles gut!“, beschließen wir das Gespräch.

 (Pläne: Architekturbüro Möller & Fey, Fulda)