Andacht „to go“ für Sonntag, Jubilate am 3. Mai 2020

Auch auf diese Weise sind wir, die Gemeinde Jesus Christus, miteinander verbunden

 

Im Namen Gottes:
Gott nimmt uns an, wie wir sind.
Jesus Christus zeigt uns,
wie wir in Liebe zusammen leben können.
Gottes Geist verbindet uns miteinander
Amen

 

Meditation von Peter Spangenberg Psalm 103

Lobe den Herrn meine Seele

Mit allen Fasern meines Lebens will ich dich loben, lieber Gott,
denn alles, was mein Leben reich macht, trägt deinen Namen.
Mit allen Kräften meines Lebens will ich dir danken, lieber Gott,
und immer will ich daran denken, dass du mich reich beschenkst.
Denn liebevoll und voller Güte nimmst du mich, wie ich bin,
mit allen meinen Nachteilen und Schwächen,
du stärkst mir den Rücken und gibst mir neues Vertrauen.
Du bewahrst mich davor, mein Leben zu verspielen oder zu vertun, du zeigst mir immer wieder, wie gut ich aufgehoben bin in deiner Liebe und in deiner Herzlichkeit.
Ich merke dann immer, wie viel Freude und Hoffnung in mir ist.
Ich fühle mich beflügelt und hätte Lust, mit den Wolken zu spielen.
Seit alters her wissen das die Menschen von dir.
Du kommst uns entgegen mit ausgebreiteten Armen,
du wartest auf uns und zeigst uns, wie sehr du uns lieb hast.
Du rechnest uns nicht vor und rechnest uns nicht auf, was wir alles falsch gemacht haben,
du bestrafst uns auch nicht, wie wir es eigentlich verdienen.
Du schlägst eine Brücke zu uns, obwohl wir oft weit von dir weg sind.
Über alle, die an dich glauben, breitest du deine Gnade wie einen Mantel.
Plötzlich bekommen wir einen großen Abstand zu unsrem Versagen und erkennen, dass du uns nimmst wie gute Eltern zu ihrem Kind sind.
Du kennst ja die Grenzen unseres Lebens, du weißt, wie kurz es ist.
Äußerlich sind wir wie loser Sand, der schnell verweht.
Und wer wird sich später denn schon an uns erinnern?
Bei dir aber sind wir für alle Zeiten gut aufgehoben.
Du bist allezeit bei denen, die nach deinen Geboten leben.
Und die ganze Schöpfung soll ihr Lied auf dich singen.
Mit allen Fasern meines Lebens will ich dich loben.

 

Gebet von Franz v. Assisi
Herr, in deinen Armen bin ich sicher.
Wenn du mich hältst,
habe ich nichts zu fürchten.
Ich weiß nichts von der Zukunft,
aber ich vertraue auf dich.
Amen

 

Gedanken zum Lied: Lobe den Herrn, meine Seele EG+ Nr. 87

- Der Friede und die Gnade Gottes sei mir uns allen -

Der heutige Sonntag heißt im Kirchenkalender Jubilate, „Lobet Gott“ ist die Grundstimmung, in der Christen heute Gottesdienst feiern.
Jubilate - da denke ich an: Strahlen, jubilieren, jauchzen, rühmen, jubeln.
Diese Worte kommen Menschen nur in den Sinn, wenn sie sich laut über ihre übermäßige Freude äußern können und wollen.
Wir begehen Jubiläen, runde Geburtstage, Hochzeitstage, Konfirmationsjubiläum, ebenso wie Geschäftsjubiläen und viele weitere Feiern zur Erinnerung an die Wiederkehr eines besonderen Ereignisses. Das sind meistens Tage zum Jubeln und zum Feiern.
Schon im 13. Jahrhundert gab es das so genannten „Jubeljahr“, wiederkehrend, zuerst alle 50 Jahre später dann alle 25 Jahre. Dies waren die biblischen Erlassjahre, in denen den Menschen Schulden und Vergehen erlassen wurden. Diese besonderen Jahre gaben den Menschen Anlass zum lauten Jubeln, zum tiefen Dank und zur vollkommenen Freude.
In der Bibel und in den Gesangbüchern werden uns viele Niederschriften zum Thema Loben und Danken überliefert. Viele Loblieder stehen im ev. Liederbuch, bekannte Psalmen sind Lob- und Dankgebete unserer Vorfahren im Glauben.
Ein schwungvolles Lied aus dem EG+ begeistert mich immer wieder:
Lobe den Herrn, meine Seele und seinen heiligen Namen.
Gott loben, das geht vielleicht gar nicht so leicht in diesen Tagen über unsere Lippen. Denn übermächtige Sorgen, nagende Ungewissheit und quälende Ängste beeinträchtigen unser Leben mit dem Coronavirus.
„Was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht“ so dichtet der Autor Norbert Kissel im Jahr 1991 weiter. In diesen Worten kommen Ereignisse und Erfahrungen aus dem vergangenen Lebensweg in den Sinn. Viele Menschen, gerade hier in Deutschland können von einer Zeit berichten, in der es für sie keine größeren Bedrohungen um Leib und Leben gab. Das Leben war bunt, die Reisen fern, das Einkommen gesichert und die Zukunft hoffnungsvoll.
Doch der Text des Liedes sieht auch das Dunkle: „der meine Sünden vergeben hat, der mich von Krankheit gesund gemacht, den will ich preisen“. Wir glauben an einen Gott, der auch oder gerade dann bei uns ist, wenn es uns nicht gut geht, wir krank sind, verzweifelt und hoffnungslos. Und darum macht uns dieses Lied Mut und schenkt uns neue Hoffnung. Im weiteren Verlauf der Strophen tröstet Gott im Leid, macht wieder fröhlich. Darum preisen ihn Menschen mit Psalmen und Liedern. Selbst Begriffe wie Krankheit und Tod nimmt dieses doch so hoffnungsvolle Lied nicht aus. Gerade jetzt, im Frühjahr 2020, berühren uns solche Gedanken tiefgründig. Erinnern wir uns – wir sind in der österlichen Freudenzeit, dass heißt: Wir feiern die Auferstehung Jesu, der uns das ewige Leben bei Gott versprochen hat.
Dieses Mutmachlied will uns das tiefe Vertrauen schenken, dass Gott bei uns ist bei allen schwierigen Herausforderungen in dieser lang andauernden Krise.
Lobe den Herrn, meine Seele…..
Amen

Der Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft, begleite unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus –Amen-

 

Fürbitte

Gott, barmherziger Vater,
auf den verschlungenen Pfaden unseres Lebens begleitest du uns auf Schritt und Tritt,
und da, wo unsere Wege dunkel erscheinen, trägst du uns liebevoll weiter.
Lass uns – weil du uns liebst – liebvoll leben.

Gott wir loben dich:
Stärke unsere Fähigkeit zum Mit-Gehen
mach uns offen für die Not der Menschen in der Nähe und in der Ferne.
Lass uns nicht taub werden für den Kummer neben uns.

Gott, wir bitten dich:
Stärke unsere Fähigkeit zum Mit-Tragen,
Hilf uns zu entdecken, wo wir anderen eine Last abnehmen können.
Lass uns zugreifen, wo unsere helfende Hand gebraucht wird.
Mach uns zu echten Mitmenschen.

Gott wir bitten dich:
Stärke unsere Fähigkeit zum Mit-Teilen
dass wir aufmerksam hören, was Menschen betrübt. Dass wir bereit sind, abzugeben von unserer Zeit und unseren Gaben. Gib uns Mut ehrlich und offen Probleme zu benennen. Und schenke uns Ausdauer, sie zu lösen.

 

Segen

Steine im Weg-
und einen Fuß, der darüber gehen kann.

Nebel am Boden-
und zwei Augen, die den Durchblick finden.

Tränen auf den Wangen-
und Hände, die sie trocknen.

Fragen nach der Zukunft-
und gute Freunde, die nach der Antwort suchen.

Fragen nach dem Wohin- ,
und Spuren, die weiterführen.

Suche nach Geborgenheit-
und ein guter Mensch, der zu dir hält.

So segne uns Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist

 

Bleiben Sie gesund!

Prädikantin Inge-Lore Möller

 


 

Bitte klicken Sie>hier<zum herunterladen der Andacht als PDF-Datei.