Andacht „to go“ 30. August 2020 – 12. Sonntag nach Trinitatis
Wochenspruch: Jesaja 42, 3a
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Im Namen Gottes, er ist die Macht der Liebe
im Namen Jesu Christi, der uns die frohe Botschaft brachte
in der Kraft des Heiligen Geistes, die uns zu Glauben und Hoffnung ermutigt.
Amen
Am heutigen Sonntag steht der Psalm 51 im Mittelpunkt der Andacht, nun eine Meditation dieser Verse von Peter Spangenberg:
Gib mir wieder neuen Schwung - Gott, sei mir gnädig
Lieber Gott,
nimm die Last von meinem Herzen,
ich brauche dein Ja zu mir.
Ich möchte reinen Tisch machen,
weil ich dir so viel Kummer bereitet habe.
Menschen habe ich verletzt,
aber dadurch habe ich dich beleidigt.
Das sagt mir dein Wort.
Deswegen komme ich zu dir,
weil nur du entscheiden kannst.
Ich weiß, dass in uns Menschen von klein auf
viele böse Anlagen stecken.
Ich wünschte mir, du würdest alles Belastende weg wischen, damit du dich wieder in mir spiegeln kannst.
Öffne mir das Herz, damit ich neu sehen lerne für die Zukunft.
Lass mich nicht aus den Augen
und versage mir nicht deine liebende Hilfe.
Gib mir wieder neuen Schwung durch deine Nähe
und schenke mir die Willenskraft, dass ich es schaffe.
Ich will auch anderen, denen es ähnlich geht wie mir,
weitersagen, dass du nicht nachträgst.
Aus dem Dunkel der Gedanken wird Helligkeit,
lieber Gott, durch deine Herzlichkeit.
Gib mir Worte für das Wunder der neuen Freiheit.
Opfer willst du ja nicht.
Aber ein Herz voller Angst und Sorge
findet bei dir bestimmt Antwort.
In der Frühe des Tages
danke ich dir, Gott,
für die Ruhe der Nacht
und für erquickenden Schlaf,
für einen neuen Morgen
und das Licht der Sonne,
für diesen beginnenden Tag
und für alles, was er mir bringt
an Chancen und Aufgaben.
Ich bitte dich:
Öffne mir die Ohren,
damit ich hören kann auf die
Stimmen, die mich rufen.
Öffne mir die Augen,
damit ich sehen kann die
Wunder deiner Schöpfung.
Öffne mir den Mund,
damit ich Worte des Trostes
und der Ermutigung sprechen kann.
Stärke meine Hände,
damit sie tun, was zum Leben hilft.
Lenke meine Füße,
damit sie Wege des Friedens gehen.
Segne diesen Tag
Gnädig und geduldig ist unser Herr, barmherzig und voll großer Güte!
Liebe Andacht-Leser,
Geht es Ihnen oder Euch auch so?
Ich war und bin überzeugt, dass meine Kinder und später auch meine Enkel die aller hübschesten Babys überhaupt waren.
Wie fühlt ein Mensch, der sich in einen anderen verliebt hat? Er glaubt den allerbesten und attraktivsten Partner damit gefunden zu haben.
„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, antwortet der kleine Prinz im gleichnamigen sehr bekannten Buch von Antoine de Saint-Exupéry .
Mit Augen der Liebe gesehen, sind alle Menschen schön. Gott liebt uns Menschen über alles, trotz unserer Fehler und Schwächen.
Im ältesten Bußpsalm, der mit David verbunden ist, stellt der Prophet Natan diesen König wegen seiner Verfehlungen zur Rede.
Im Psalm betet David mit folgenden Worten zu Gott:
„Öffne mir das Herz, damit ich neu sehen lerne für die Zukunft. Lass mich nicht aus den Augen und versage mir nicht deine liebende Hilfe.
Gib mir wieder neuen Schwung durch deine Nähe und schenke mir Willenskraft, dass ich es schaffe. Ich will auch anderen, denen es ähnlich geht wie mir weiter sagen, dass du nicht nachträgst.
Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden,
Auf die Blickrichtung kommt es an! Mit den Augen der Liebe sieht manches ganz anderes aus!
Zum Beispiel, gibt es manche Großmutter, die ihrem Enkel einfach nicht nachtragen kann, dass er sie immer wenige besuchen kommt, obwohl er es oft verspricht.
Oder - die Unordnung im Kinderzimmer bringt eine Mutter auf die Palme….doch wieder und immer wieder hilft sie ihrem Kind beim Aufräumen.
Zugegeben – wir beten im Vaterunser „Herr vergib uns wie wir auch unseren Schuldigern vergeben“ aber ehrlich gesagt…..mir fällt es viel leichter jemandem zu vergeben, den ich lieb habe.
Lügen, Neid, Streit und Eifersucht begleiten unser Miteinander – in den Familien, in der Schule, an der Arbeit und auch in unseren kirchlichen Gemeinden.
Tiefes Leid, unangenehme Missverständnisse und unnötige Unstimmigkeiten belasten menschliche Beziehungen. Gewollt, ungewollt oder einfach unbedacht werden wir an unseren Mitmenschen schuldig.
Lieber Gott, nimm die Last von meinem Herzen, ich brauche dein Ja zu mir! Ich möchten reinen Tisch machen, weil ich dir so viel Kummer bereitet habe. Menschen habe ich verletzt, aber dadurch habe ich auch dich beleidigt
…dies sind die einleitenden Worte des Psalmgebets. David, dem diese Verse zugeschrieben werden hat sich in seinem Leben schlimme Sachen geleistet. Nun sind ihm Ehebruch und Mord vorgehalten worden. Mit diesen schrecklichen Verfehlungen, die ihn belasten weil er sie erkannt hat, wendet er sich an Gott.
Er bitte um ein „reines Herz“ oder ein „JA von Gott zu ihm“ Er weiß, Gottes Eingreifen kann auch jetzt noch zum Guten wenden.
Gefragt sind in diesem Moment keine Ausreden und Meinungen. Lange Erklärungen Gott gegenüber sind völlig überflüssig. In so einem Augenblick ist die ungeschminkte Tatsache das einzig Wahre was ausgesprochen werden sollte.
Die Schuld erkennen und bekennen, mit Gottes Hilfe darüber betrübt zu sein, das ist ein gutes Vorgehen.
Solch ein Mensch bittet um einen Neuanfang. Er erkennt, dass er sich selbst nicht reinwaschen kann. Weder die eigene Willenskraft noch die Verharmlosung dessen, was schief gelaufen ist führt zum Ziel.
Gottes Hilfe kann uns froh machen. Wir erkennen das zwar nicht immer, wie diese Hilfe aussieht ist oft nicht nachvollziehbar. Vertrauen ist nötig - gerade über das Sichtbare hinaus.
Das kann bedeuten, dass wir aufgefordert sind unsere eigenen Ansprüche und Vorstellungen zurückzunehmen und innerlich still zu werden.
Nur Gottes freie, schöpferische Vergebung kann ein Leben total erneuern.
In einem Lehrbuch zum Glauben steht:
„Buße ist die gottgewirkte Sinnesänderung, in der wir unsere Fehler erkennen, bekennen und herzlich bereuen, sie hassen, sie lassen. Begangenes Unrecht soweit als möglich wiedergutmachen und uns gläubig an Gott wenden.“
Das kann der Weg oder Neuanfang zu einem friedvollen und lebensfrohen Miteinander sein.
Gott, der durch sein machtvolles „Es werde“ alles geschaffen hat und auch mich ins Leben rief, der kann und will schuldbeladene Menschen erneuern.
Mit Gottes Augen der Liebe und Barmherzigkeit sind alle Menschen gut und schön. Das ist unsere Chance. Gott sieht über unsere Fehler, Schwächen und Entstellungen nicht hinweg aber er sieht die Möglichkeit durch sein heiliges Wort, Menschen zu bewegen und zu ändern.
Gottes Wort gilt mir ganz persönlich - alles was ich tue ist offenbar vor Gott. Darum auch die Erkenntnis von David: „Vor Dir alleine habe ich gesündigt, dir habe ich Kummer gemacht“. Gott ist der Maßstab aller Dinge.
Lesen Sie nun die letzten tröstlichen Verse aus dem Psalm der mit „Erneuerung durch Gottes Geist“ überschrieben ist:
Aus dem Dunkel meiner Gedanken wird Helligkeit, lieber Gott, durch deine Herzlichkeit. Gib mir Worte über das Wunder der neuen Freiheit. Opfer willst du ja nicht. Aber ein Herz voller Angst und Sorge findet bei dir bestimmt Antwort. Amen
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, begleite unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus Amen
Fürbitte:
Wir brauchen Liebe, Herr,
damit wir den Weg zueinander finden
uns nicht voreinander verstecken.
Du weißt, wie schnell wir übereinander hinwegsehen
Und uns dadurch gegenseitig wehtun.
Wir brauchen deine Liebe, Herr,
damit wir uns nicht verfangen in den eigenen Problemen, Fragen und Ängsten. Gib uns die Kraft, aus dem Glauben zu leben und anderen Mut zu machen, den gleichen Weg des
Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden,
Ich wünsche Ihnen / dir Gottes reichlichen Segen
Vertrauens zu gehen.
Deine Welt ist groß und weit
dein Erbarmen unendlich.
Lass uns die eigenen Grenzen
überwinden und aufbrechen
aus Gewohnheit, Angst und Verzagen
und den Reichtum deiner Gnade neu entdecken. Wir wissen, deine Treue begleitet uns, wo immer wir uns aufhalten und was auch geschehen mag. Lass nun auch alle Dinge, die wir tun, in deiner Liebe getan werden
und zum Lobe deines Namens.
Inge-Lore Möller, Prädikantin
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