Andacht „to go“ für Sonntag den 10. Januar 2021 – 1. Sonntag nach Epiphanias
Begrüßung:
Herzlich willkommen! Gerne hätte ich Sie an der Kirchentür persönlich begrüßt. So kommen nun meine Gedanken zum 1. Sonntag nach Epiphanias auf Papier zu Ihnen.
Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres und wir schauen auf die Jahreslosung 2021.
Lukas 6,36 „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“
Gebet:
Ewiger Gott,
im Zugehen auf das neue Jahr.
Im Zugehen auf dich, Gott,
ganz vertraulich oder tastend,
mit Groll oder Freude und Dank,
bitten wir dich, Heiliger Geist,
sei jetzt bei uns. AMEN
Liebe Leserinnen und Leser!
„Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jeden neuen Tag.“
Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Die Kalender haben noch ganz viel leere Seiten, die gefüllt werden wollen. Ich habe anstehende Termine vorsorglich mit Bleistift geschrieben. Auch in diesem Jahr weiß man ja noch nicht, ob nicht mancher Plan durchkreuzt wird durch die Pandemie.
Das Ende von Corona, das werde ich aber mit den schönsten Farben im Kalender vermerken, damit ich es dann später nicht vergesse.
Also, im Augenblick liegt noch viel Ungewissheit vor uns. Mehr als in einem anderen Jahr.
Für mich tut es da gut, dass gleich am Anfang meines Pfarramts-Kalenders ein Bibelwort steht. Ein Wort aus Lukas 6,36 „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“
Es ist die Jahreslosung für 2021, die von der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft herausgegeben wird.
Barmherzigkeit. Wir sollen barmherzig sein. Ein altertümliches Wort. Ein Wort der Kirche. Was meint das eigentlich: Barmherzigkeit?
Schaue ich in den Duden, dann wird mir dort erklärt, dass es so übersetzt werden kann wie: Verständnis für die Not anderer zeigen. Ein Herz für Arme haben.
Eine Geschichte dazu kennen wir alle sicher: Die Geschichte vom barmherzigen Samariter.
Einmal ging ein Mann von Jerusalem nach Jericho. Plötzlich wurde er von Räubern überfallen. Sie schlugen ihn und plünderten ihn aus. Sogar die Kleider rissen sie ihm vom Leib.
Am Wegrand lag der Mann halbtot. Niemand half ihm. Da kamen drei Männer vorbei. Zuerst ein Priester, der aus dem Tempel kam, dann ein Levit, der ebenfalls auf den Weg vom Tempel nach Hause war. Beide gottesfürchtigen Menschen gingen aber tatenlos vorbei. Erst ein Fremder, ein Samariter kam vorbei und half ihn. Er hatte Mitleid mit ihm. Er brachte ihn zu einem Wirtshaus und gab den Wirt Geld, damit der ihn versorgte, weil er selber weiterreisen musste.
Der Samariter ist nicht zuständig, aber er hilft. Er fragt nicht erst, was Recht und Gesetz fordert. Er sieht die Not und handelt aus seinem Herzen. Das meint Barmherzigkeit.
„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“
Ich liege Gott am Herzen, auch wenn ich wieder mal das Gefühl habe mir und anderen nicht zu genügen. Gott sieht mich mit seinem Herzen an und heilt meine Verwundungen.
So barmherzig angesehen von Gott ist es auch für mich möglich barmherzig auf andere Menschen zuzugehen. Dann ist es auch leichter andere anders zu sehen, dann sollte es mir doch auch gelingen wohlwollend mit den Fehlern und Unzulänglichkeiten anderer umzugehen. Und ich denke, dass wir gerade in diesem Jahr 2021 viele Möglichkeiten haben Barmherzigkeit zu üben.
Mitmensch zu sein, dass ist immer möglich, das Herz dem zuwenden, der meine Hilfe nötig hat, dazu gibt es viele Gelegenheiten. Und diese gab 2020 und diese gibt es in diesem Jahr und darüber hinaus.
Schauen wir, was hier und jetzt dran ist und strecken wir unsere Hände aus. Gehen wir zusammen los. Ich reiche dir mein Herz und ergreife gerne deine Hand. AMEN
Fürbittengebet:
Gott, guter Vater,
du hast dein Herz gehütet und es anrührbar gemacht.
Mit freundlichen Augen schaust du mich an.
Deine Liebe zu mir übersteht meine Fehler.
In deinen Wortschatz finden sich die alten Worte: Erbarmen, Gnade, Güte, Barmherzigkeit.
Lehre mich deine Sprache, lass mich weitergeben, was ich erfahre von dir:
Damit ich anderen begegne mit freundlichem Gesicht, gütigen Worten,
stärkenden Gesten und einem weiten Herz.
Vaterunser
Möge die Straße uns zusammenführen. … Und bis wir uns wiedersehn, halte Gott dich fest in seiner Hand.
Gottes Segen begleite dich:
Segen:
Hier und jetzt
Sei der Herr dir nah.
Hier und Jetzt
Nehme Gott deine Hand.
Hier und Jetzt
Gehe er mit dir auf den Weg.
Hier und Jetzt
Schenke er dir Barmherzigkeit,
ein warmes Herz für andere und für dich.
So segne dich, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN
Wochenspruch: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Römer 8,14
Eine gesegnete Woche!
Ihre Pfarrerin
Kerstin Gütgemann
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